Intro
Auf der Suche nach der richtigen Retro-Handheld: Was ich nach einem halben Jahr Testen gelernt habe
Als ich zum ersten Mal mit der Suche nach einem Retro-Handheld begann, war das Ziel einfach: ein Gerät, mit dem ich schnell ein Spiel spielen konnte, das in meine Tasche passte und für Game-Boy- wie auch für SNES-Spiele geeignet war. Aber obwohl es wie eine einfache Suche wirkte, merkte ich schnell, dass es eine riesige Auswahl gab, und ich landete tief in der Welt der Emulations-Handhelds. Inzwischen habe ich mehr als 20 verschiedene Geräte getestet und nach einem halben Jahr Experimentieren eine Menge wertvolle Erkenntnisse gesammelt.
Ich weiß, wie überwältigend die Auswahl sein kann, also möchte ich mein Wissen mit dir teilen. Wenn du nicht die gleiche Menge an Zeit und Mühe in die Suche nach dem perfekten Handheld stecken willst, bist du hier richtig. In diesem Guide teile ich meine Erfahrungen und gebe dir Tipps, um die richtige Wahl zu treffen, ohne dass du dich durch das Dickicht aus Specs und Meinungen arbeiten musst.
Die Wahl der Geräte-Orientierung
TL;DR
Horizontal: Bequem für längere Sessions, angenehm bei Spielen mit vielen Buttons.
Vertikal: Nostalgisch, kompakt, perfekt für kürzere Sessions.
Clamshell: Geschützt und tragbar, aber manchmal anfällig beim Scharnier.
Die erste Entscheidung ist vielleicht, die richtige Handheld-Orientierung zu finden. Ich selbst habe meine Suche mit einer Vorliebe für vertikale Handhelds begonnen. Wahrscheinlich, weil ich als Kind immer auf Game Boys gespielt habe, bis hin zum Game Boy Color. Das sind vertikale Handhelds, also „stehende“ Konsolen.
Ich sage dir hier direkt: Das sind nicht unbedingt die ergonomischsten Handhelds. Vor allem, wenn du Systeme spielen willst, bei denen die R- und L-Buttons stark genutzt werden. So habe ich versucht, Street Fighter auf meinem Miyoo Mini Plus zu spielen, aber das finde ich echt unspielbar.
Vertikale Handhelds
Wenn du dich für einen dieser Retro-Handhelds entscheidest, gibt es viele Vor- und Nachteile. Was ist cooler als ein oldschool Game Boy? Nichts, oder? Dieser Gerätetyp ist perfekt zum Mitnehmen, und wenn du darauf Spiele spielst, die ein einfaches Button-Layout nutzen, ist diese Orientierung ideal. Plattformspiele etwa von Sega, NES und SNES spielst du darauf großartig. Auch Systeme wie NeoGeo sind, sofern du einen Analogstick hast, sehr gut für diese Geräte geeignet.
Außerdem kannst du sie leicht in die Hosentasche stecken. Dort hat mein Miyoo Mini Plus einen großen Teil seines Lebens verbracht. Inzwischen bin ich bei meinem nächsten Portable angekommen: dem TrimUI Brick. Der lebt vor allem in der Innentasche meiner Jacke oder in einem Fach meines Rucksacks. Es ist ein etwas hochwertigeres Gerät, und deshalb habe ich das Gefühl, dass ich etwas vorsichtiger damit umgehen sollte.
Aber die Game-Boy-Lookalikes haben natürlich auch Nachteile. Wie ich schon sagte: Bei manchen Spielen liegen die Buttons einfach nicht gut. Außerdem finde ich, dass ein vertikaler Handheld mit zwei Sticks oft ein bisschen „seltsam“ aussieht. Die Platzierung der Joysticks ist manchmal einfach komisch. Und was ich oft in Foren lese: Für Menschen mit größeren Händen sind sie nicht unbedingt bequem.
Horizontale Handhelds

Ich würde sagen, dass diese Systeme sehr gut für die meisten Spielstile geeignet sind. Genau wie ein guter Joystick für deine PS5 sind diese Handhelds meist perfekt darauf ausgelegt, bequem in der Hand zu liegen. Eine beliebte Wahl in meinem Webshop ist deshalb auch der TrimUI Smart Pro, aber auch der Anbernic RG40XXH macht sich gut.
Spiele mit fortgeschrittener Kamerasteuerung werden mit diesen Geräten viel zugänglicher. Denk an FPS- oder Third-Person-Spiele. Auf vielen horizontalen Handhelds gibt es oft nicht einmal einen Joystick, also bist du schnell eingeschränkt.
Sind diese Konsolen dann perfekt für Spiele unterwegs? Nein. Sie sind oft ein Stück größer und nicht unbedingt praktisch für die Hosentasche. Es hängt natürlich von deiner Wahl ab. Der RG34XX passt zum Beispiel problemlos, hat dafür aber wieder keine Joysticks.
Clamshell

Und natürlich gibt es auch noch die dritte Option: die Clamshell. Obwohl weniger beliebt als die anderen beiden, bietet dieser Formfaktor definitiv Vorteile. Von Natur aus ist der Bildschirm geschützt, weil er sich zuklappen lässt. Das macht sie enorm praktisch zum Mitnehmen — einfach in die Tasche werfen, no problem.
Ich finde das ein nostalgisches Design. Geräte wie der Miyoo Mini Flip erinnern mich an die Konsolen aus den 2000ern. Denk an den Game Boy Advance SP oder den Nintendo DS. Die hatten eine coole Sci-Fi-Vibe; diese retro-futuristische Ästhetik spricht mich enorm an.
Ein großer Nachteil ist, dass sie regelmäßig Scharnierprobleme haben. Hersteller finden nach ein paar Iterationen jedoch oft Lösungen. Zum Beispiel bei Anbernic: Der RG35XXSP wurde von Kinderkrankheiten, Scharnierproblemen, zu warm werdenden Akkus und Ladeproblemen geplagt, aber bei den neuesten Versionen sind diese Probleme behoben. Im Segment der Handhelds unter 100 Euro ist das vielleicht die beste Clamshell.
Pocketability: Welche Handheld-Größe passt zu dir?
Nachdem du dich für einen Formfaktor entschieden hast, ist es sinnvoll, über die Größe des Geräts nachzudenken. Die Größe bestimmt nicht nur, ob es leicht in deine Tasche passt, sondern auch, wie bequem das Spielen selbst ist. Auf meiner Suche und nach dem Testen von 20+ Handhelds bin ich auf ein paar Kategorien gestoßen.
Kompakt (super pocketable)
Das sind wirklich die Kleinen. Denk an Handhelds wie den Miyoo Mini Plus oder den TrimUI Smart. Diese Geräte sind so klein, dass sie problemlos in deine Hosentasche passen, ein bisschen wie dein Handy.
Als ich meinen Miyoo Mini Plus mit in den Urlaub nahm, vergaß ich manchmal sogar, dass er in meiner Jackentasche steckte. Ideal, um zwischendurch schnell eine Runde Mario zu spielen. Trotz des 3,5-Zoll-Bildschirms fällt der MM+ für mich trotzdem in die Kategorie kompakt; das Verhältnis von Bildschirm zu Gehäuse ist beeindruckend. Dank der ultradünnen Ränder reicht der Bildschirm fast bis an die Kanten.
Merkmale:
Super tragbar
Ideal für kurze Spielsessions
Weniger geeignet für Spiele, die viele Buttons oder Sticks erfordern
Bildschirmgrößen bis 3,5 Zoll
Wenn du vor allem unterwegs spielst und deinen Handheld immer dabeihaben willst, ist das echt eine Top-Wahl.
Mittelgroß (pocketable)
Dazu gehören Handhelds wie der Anbernic RG35XX. Etwas größer und breiter, aber mit deutlich besserem Grip und mehr Platz für größere Bildschirme und bequemere Buttons.
Ich selbst benutze meinen Anbernic RG40XXV oft, wenn ich weiß, dass ich länger unterwegs sein werde, zum Beispiel im Zug. Das Gerät passt gerade so in die Innentasche meiner Jacke oder in eine etwas lockere Hosentasche, fühlt sich aber einen Tick seriöser an als die ganz Kleinen.
Merkmale:
Noch recht tragbar
Bequemer für längere Spielsessions
Meist Bildschirmgrößen zwischen 3,5 und 4 Zoll
Besser für Systeme wie SNES, GBA und PS1
Wenn du sowohl unterwegs als auch zu Hause bequem spielen willst, bist du hier genau richtig.
Groß (nicht pocketable)
Denk an Modelle wie den Anbernic RG405M, Retroid Pocket 4 Pro oder sogar den Nintendo Switch Lite. Diese Geräte sind wirklich für ernsthafte Gaming-Sessions gemacht. Nichts, was man mal eben schnell in die Hosentasche steckt.
Wobei meine Switch regelmäßig mit im Zug oder im Auto ist.
Merkmale:
Nicht für Hosen- oder Jackentaschen geeignet
Bietet größere Bildschirme und deutlich bessere Ergonomie
Meist Bildschirmgrößen von 4,5 Zoll und größer
Perfekt für lange Spielsessions und modernere Emulation wie PSP und Dreamcast
Mein Tipp: Überleg zuerst, wie oft du wirklich unterwegs spielen wirst. Wenn du vor allem zu Hause spielst oder deinen Handheld im Rucksack mitnimmst, kannst du ruhig ein größeres Modell wählen. Willst du wirklich ein „immer-dabei“-Gerät? Dann wirst du mit einem ultrakompakten Modell wie dem Miyoo Mini Plus garantiert am meisten Spaß haben.
Betriebssysteme: kompliziert? Danach nicht mehr.
Als ich mit dem Testen von Retro-Handhelds anfing, dachte ich, die Hardware sei die wichtigste Wahl. Aber schnell merkte ich, dass die Software mindestens genauso entscheidend für dein Spielerlebnis ist. Das Betriebssystem bestimmt, wie flüssig deine Spiele laufen, wie übersichtlich deine Menüs sind und wie viel du anpassen kannst.
OnionOS – für den Miyoo Mini und Miyoo Mini Plus

TL;DR: Sleep und Resume… that's it… amazing!
Als ich OnionOS entdeckte, öffnete sich für mich eine neue Welt. Diese Software hebt das Nutzungserlebnis auf ein neues Level. Denk an schnelle Ladezeiten, automatische Save States und eine intuitive Oberfläche. Mit dem Ein-/Ausschalter versetzt du das Gerät in den Ruhezustand und kannst direkt dort weitermachen, wo du aufgehört hast.
Außerdem schätze ich die Möglichkeit, dein System vollständig nach Wunsch anzupassen. Von Themes bis zu Hotkeys: OnionOS macht das alles möglich. Wenn du einen Miyoo Mini oder Mini Plus hast, ist dieses OS ein No-Brainer.
MinUI – minimalistisch und schnell

TL;DR: Einfach, sauber und schnell.
Als ich den Anbernic RG35XX getestet habe, kam ich mit MinUI in Berührung. Dieser Launcher ist mit Blick auf Einfachheit und Geschwindigkeit entwickelt. Kein unnötiger Schnickschnack, sondern eine saubere Oberfläche, die tut, was sie soll.
Was ich an MinUI mag, ist der direkte Zugriff auf deine Spiele und die reibungslose Navigation. Es ist ideal, wenn du ein cleanes und funktionales Design ohne Ablenkung magst. Deine ROM- und BIOS-Dateien legst du einfach in einen Ordner, danach erledigt MinUI den Rest.
NextUI – MinUI mit einem ordentlichen Upgrade
Nachdem ich eine Zeit lang MinUI auf meinem TrimUI Brick benutzt hatte, war ich gespannt, was noch alles möglich ist. Dann entdeckte ich NextUI, ein echtes Upgrade auf Basis von MinUI.
Es kombiniert die vertraute Geschwindigkeit von MinUI mit einer umfangreicheren Benutzeroberfläche, besseren Theme-Möglichkeiten und Extra-Features wie einer erweiterten Favoritenliste, besserer Akkuanzeige und Unterstützung für mehrere Skins.
Was ich selbst angenehm fand, war, wie leicht man zwischen Listen und Konsolen wechseln kann. Es fühlt sich ein Stück moderner an, ohne klobig oder kompliziert zu werden. Wenn du MinUI schon magst, aber noch etwas mehr in Sachen Bedienkomfort und Optik suchst, ist NextUI eine Empfehlung.
MuOS für die Puristen

TL;DR: Sieht einfach aus, kann aber viel.
Auf dem Anbernic RG35XX Plus habe ich beschlossen, MuOS auszuprobieren. Diese Firmware basiert auf RetroArch und richtet sich an Nutzer, die ein pures und unkompliziertes Erlebnis suchen.
MuOS bietet eine minimalistische Oberfläche ohne Ablenkung, aber unter den einfachen Menüs stecken viele Anpassungsoptionen. Von Skins bis zu Sleep-Resume und der Möglichkeit, für verschiedene Spiele ein anderes BIOS zu verwenden.
Was ist die beste Wahl?
Pfff… schon ziemlich viel Info, oder? Falls du den Überblick verloren hast, habe ich hier ein paar persönliche Empfehlungen.
Ist deine Wahl auf horizontal gefallen? Dann ist der TrimUI Smart Pro in Kombination mit CrossMix-OS eine gute Option.
Lieber ein vertikaler Handheld? Dann nimm einen Miyoo Mini Plus mit OnionOS oder den etwas hochwertigeren TrimUI Brick.
Clamshell? Der RG35XXSP ist definitiv die beste Option, bis der Miyoo Flip etwas solider wird.
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Danke fürs Lesen, und lasst uns die Community zusammen großartig machen!
Shout-out an RetroReady.nl. Für ehrliche Reviews zu fast allen Retro-Handhelds bist du dort richtig. Und natürlich: Wenn du auf der Suche nach einem neuen Emulations-Handheld, einer originalen Konsole oder einer gemoddeten Konsole bist, schau dir auch den RetroGear-Webshop an.
— Jorne
